D/A malocht erfolgreich und ist der Gewinner der Englischen Woche
Der FC St. Pauli II verlangt D/A alles ab. Umso mehr feiert der Favorit den knappen Sieg - durch ein Traumtor und samt eines gelungenen Startelfdebüts und einer Erkenntnis.
Die SV Drochtersen/Assel mühte sich gegen den FC St. Pauli II zum 1:0-Arbeitssieg. Am Dienstagabend hatte D/A die Kickers aus Emden noch mit 8:2 im Kehdinger Stadion überrollt.
Nach dem nun fünften Sieg in Folge war die Erkenntnis von Präsident Rigo Gooßen daher: „Englische Wochen sind schwer.“ Er schaue eigentlich nicht auf die Ergebnisse der Parallelspiele, so Gooßen. Doch weil Oldenburg und Schöningen deutlich zurücklagen, zitterte er in den Schlussminuten umso mehr.
D/A musste selbst in der Nachspielzeit noch ein paar brenzlige Situationen gegen wacker kämpfende und mitspielende Paulianer überstehen.
D/A-Trainer lobt den Startelf-Debütanten
Trainer Oliver Ioannou musste am Samstagabend Nico von der Reith ersetzen. Für ihn begann Neuzugang Mohammad Dahaba, der noch von Paulis U21 nachverpflichtet worden war. Der 21-jährige Verteidiger hatte einen wackeligen Beginn bei D/A. Gegen Emden wurde er in der 60. Minute für von der Reith, der Achillessehnenprobleme hat, eingewechselt.
Ioannou war da schon mit Dahaba, der „immer stabiler“ werde, zufrieden. Nach dem jetzigen 1:0 sagte Ioannou: „Dahaba hat das hervorragend gemacht - das möchte ich positiv hervorheben.“
Dahaba vereitelte unter anderem einen frühen Rückstand. Als er einen Konter stark unterband, feierte er seine Aktion lautstark. Seine Zweikampfquote war nahezu perfekt.
Kein abermaliges Feuerwerk - D/A muss malochen
D/A kam nur schwer ins Spiel auf dem rutschigen Rasen im Kehdinger Stadion. Pauli gehörten die ersten Minuten. In der dritten Minute musste Torhüter Jesper Heim schon eine Parade auspacken und Dahaba verhinderte im Anschluss durch einen Block das 0:1.
Kurz darauf rutschte Heim aus und Paulis Alassani stolperte dabei über ihn. Das war ein wenig Slapstick und maximal unglücklich. Schiedsrichter Tom-Leon Bender, der zuvor auch schon einmal ausgerutscht war und auf dem Rasen lag, entschied auf Elfmeter. Den knallte Goguadze mit Vollspann gegen den Pfosten. Da hatte D/A das nötige Glück.
„Wir hatten die Riesenchance aufs 1:0“, trauerte Pauli-Trainer Alexander Hahn diesen Chancen nach, „das wird gegen Topteams bestraft.“
Für D/A ist das der Weckruf
In der achten Minute kreierten Christopher Schepp und Tom Sanne den ersten Angriff. Eine Minute später war Ole Wohlers durch und wurde an der Strafraumgrenze von hinten gehalten. Er fiel. Doch der Schiri verweigerte D/A den klaren Pfiff.
In der elften Minute verpasste Wohlers knapp. D/A war im Spiel. Doch Pauli machte es stark, hielt das Zentrum eng. D/A konnte sich nicht entfalten. „Wir haben das gut gemacht, waren auf Augenhöhe“, so Hahn.
„Man muss auch den Gegner loben. Wir hatten unsere Probleme“, so Ioannou.
In der 25. Minute scheiterte Alla Aid Hamid am Pfosten. Pauli-Torhüter Niklas Petzsch parierte anschließend stark nach einem Elfers-Hammer. Auch Heim war nochmals gefordert.
Es war ein munteres Spielchen. Schepp, Sanne und Wohlers hatten weitere Chancen.
D/A nähert sich der Führung an
Dann wurde Schepp elfmeterreif gefoult. Sanne trat an, doch seinen halbhohen Abschluss parierte Petzsch.
Nach dem Seitenwechsel hatte Sanne gleich die nächste Chance, Petzsch parierte stark. Heim wiederum verhinderte nach einem Konter mit einer starken Eins-gegen-eins-Situation den Rückstand.
Dann läuft die 60. Minute. Heim hat den Ball am Fuß und lässt sich Zeit und Zeit und Zeit. Dann schlägt er eine präzise Flanke über den ganzen Platz und schickt Hamid auf der rechten Seite. Hamid verarbeitet im höchstem Tempo den Ball perfekt, umkurvt seinen Gegenspieler, zieht in den Strafraum und versenkt den Ball aus halbrechter Position im Winkel. Ein Traumtor zum 1:0. Heim wird genauso gefeiert wie der Torschütze.
In der 70. Minute fährt D/A einen perfekten Konter über Hamid und Schepp, Sanne grätscht dann zentral zum Pass und verpasst das Tor knapp. Wohlers stand am langen Pfosten wesentlich besser und einschussbereit. Da war mehr drin.
In der Folge hatte D/A noch einige gefährliche Standards. Aber auch Pauli hatte noch Aktionen im Strafraum. D/A musste rackern und verteidigte so den knappen Sieg.
Ioannou hob sodann auch „die Mentalität“ hervor „Was zählt, sind die Punkte.“
Als nächstes steht das Topspiel auswärts beim FSV Schöningen (Fr., 19.30 Uhr) an. Schöningen beendete die vergangene Saison als Aufsteiger auf Platz 14. Derzeit ist der FSV ein Spitzenteam und mischt mit Ex-D/A-Spieler Robin Kölle die Liga auf. Schöningen hatte während der Englischen Woche Flensburg (2:1) von der Tabellenspitze verdrängt - und hat dann am Samstag bei Kickers Emden seine erste Saisonniederlage (0:5) kassiert.
Auch Oldenburg und Flensburg verloren. Wie gesagt: Englische Wochen sind tückisch. D/A hatte nach seinem Stotterstart schon sieben Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze, nun sind es nur noch zwei.
Quelle: Stader Tageblatt